Ein Stück Stadtgeschichte im Schaufenster

Ausstellungsstück der Firma Seppelfricke Armaturen ab der zweiten Märzwoche 2025 zu sehen

Ein besonderes Schaufenster lädt ab der zweiten Märzwoche 2025 zum Innehalten ein: In der Altstadt, Hauptstraße 16, ist eines der letzten erhaltenen Ausstellungsstücke der einstigen Gelsenkirchener Traditionsfirma Seppelfricke Armaturen zu bewundern. Was zunächst wie ein unscheinbares Objekt wirken mag, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein greifbares Zeugnis industrieller Handwerkskunst – und als ein Symbol für den wirtschaftlichen Aufstieg und den späteren Wandel einer ganzen Stadt.

Plakat zur Ein-Objekt-Ausstellung

100 Jahre Seppelfricke – ein Gelsenkirchener Kapitel

Von 1920 bis 2020 prägte die Firma Seppelfricke Armaturen das wirtschaftliche und kulturelle Leben Gelsenkirchens wie kaum ein anderes Unternehmen. Gegründet in der aufstrebenden Industriestadt des Ruhrgebiets, wuchs das Unternehmen über Jahrzehnte zu einem renommierten Hersteller hochwertiger Armaturen heran – Produkte, die in unzähligen Haushalten, Betrieben und öffentlichen Gebäuden im Einsatz waren und deren Qualität sprichwörtlich wurde.

Das Unternehmen stand für Gelsenkirchener Handwerks- und Ingenieurskunst in einer Zeit, als die Stadt noch als pulsierende Industriemetropole galt. Seine Geschichte spiegelt den gesamten Bogen der Stadtentwicklung wider: vom wirtschaftlichen Boom der Nachkriegszeit über den schwierigen Strukturwandel des Reviers bis hin zum Ende einer ganzen Ära Anfang des 21. Jahrhunderts. Die Firma Seppelfricke nimmt daher einen besonderen Platz im kollektiven Gedächtnis Gelsenkirchens ein.

Von der Ein-Bild-Ausstellung zur Ein-Objekt-Ausstellung

Die Ausstellungsankündigung wird einigen vielleicht bekannt vorkommen: Im letzten Jahr startete die Ein-Bild-Ausstellung im Schaufenster von Optik Oppermann in der Hauptstraße 16 im Rahmen des 150-jährigen Stadtjubiläums. Initiiert haben das Ganze Axel Oppermann und Ullrich Tyrichter, die in den letzten Monaten u.a. Motive wie die Glückauf-Brauerei und Schloß Grimberg in Szene gesetzt haben.

Postkarten als Einladung zum Entdecken

Das Projekt beschränkt sich nicht auf den einen Standort: In Kürze werden wieder Postkarten an ausgewählten Orten in der ganzen Stadt ausgelegt. Wer eine dieser Postkarten findet und mitnimmt, hält ein kleines Stück Stadtgeschichte in der Hand – als Erinnerung, als Gesprächsanlass oder als Einladung, das Schaufenster in der Hauptstraße 16 selbst aufzusuchen.