Sammlung Werner Thiel feiert Jubiläum
20 Jahre „Aus den Tiefen der Erde“ auf Consol
Die Kunstinstallation Sammlung Werner Thiel auf dem Kultur.gebiet CONSOL gehört längst zu den eindrucksvollsten kulturellen Wahrzeichen in Gelsenkirchen. Im April 2006 öffnete das nördliche Maschinenhaus erstmals als begehbares Kunstwerk seine Türen – heute ist es aus der Stadt nicht mehr wegzudenken.
Jubiläumsaktion mit besonderem Erinnerungsstück
Zum runden Geburtstag gibt es am Samstag, 25. April und Sonntag, 26. April, jeweils von 12 bis 18 Uhr, eine besondere Aktion: Unter dem Titel „Aus den Tiefen der Erde“ erhalten Besucherinnen und Besucher (solange der Vorrat reicht) ein ungewöhnliches Andenken.
Verteilt werden Stücke von Bimsstein oder Asche vom Kraterrand des Vesuv. Zusätzlich gibt es Kohle von einer Nordseeflut 2026, die an die Strände gespült wurde.Eine symbolische Geste, die die Verbindung von Naturgewalten und industrieller Vergangenheit spürbar macht.
Die Idee stammt von Ullrich Tyrichter, der die Installation seit vielen Jahren begleitet und auch am Jubiläumswochenende vor Ort ist. Er gibt Einblicke in die Entstehungsgeschichte.
Ein begehbares Denkmal der Bergbaukultur
Über 50.000 Menschen aus Deutschland und dem europäischen Ausland haben die Installation bereits besucht. Für viele in Gelsenkirchen ist sie mehr als Kunst – sie ist Teil der eigenen Identität.
Die Sammlung basiert auf der Arbeit von Werner Thiel (1927–2003). Ab 1980 begann er, aus Fundstücken des Bergbaus und der Industrie großformatige Installationen zu entwickeln. Seine Materialien sammelte er auf stillgelegten Zechen im Ruhrgebiet – Relikte einer Arbeitswelt, die heute verschwunden ist.
Die Vision einer dauerhaften Installation in seiner Heimatstadt konnte er selbst nicht mehr umsetzen. Erst durch das Engagement von Helmut Bettenhausen und Lutz Kahnwald entstand Anfang 2004 im ehemaligen Maschinenhaus der Zeche Consolidation die heutige Rauminstallation.
Kathedrale der Bergarbeit
Zentrum der Installation ist die alte Fördermaschine, umgeben von Werkzeugen, Alltagsgegenständen und Fragmenten bergmännischer Arbeit. In ihrer Anordnung entsteht etwas, das viele Besucher so beschreiben: eine „Kathedrale der Bergarbeit“.

Hier geht es nicht um Nostalgie, sondern um Wirkung. Die Objekte erzählen Geschichten – roh, direkt, ohne Inszenierung. Genau das macht den Ort so eindrucksvoll.
Besuch lohnt sich – nicht nur zum Jubiläum
Die Kunstinstallation ist jeden Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Wer sich für Industriegeschichte, Kunst oder die Identität des Ruhrgebiets interessiert, sollte diesen Ort gesehen haben, und am Jubiläumswochenende erst recht.
Übrigens: Die Kunstinstallation Werner Thiel gehört zu den ersten Seiten meines Reiseführers für Gelsenkirchen.


