Abschlussaufführung der Residenz „Foreign Visitors“

In der kommenden Woche wird eine sechtägige Künstler-Residenz in Gelsenkirchen stattfinden – den >>>Open Call dazu habt ihr vielleicht mitbekommen? Die Gruppe rund um Eva Yakubovska, die das Ganze koordiniert, ist mit mir demnächst auch im Quartier unterwegs und erarbeitet in den Tagen drumherum das, was ihr am 23ten auf der Bühne erleben und mitgestalten könnt.

Veranstaltungsplakat Foreign Visitors

Ein Abend zwischen Geschichte und Gegenwart

Am 23. April 2026 wird das Atelierhaus Gelsenkirchen zum Schauplatz eines besonderen Theaterabends: Die öffentliche Abschlussaufführung der Forum-Theater-Residenz „Foreign Visitors“ beginnt um 19:00 Uhr und lädt dazu ein, Geschichte nicht nur zu betrachten, sondern aktiv zu hinterfragen.

Künstlerische Zusammenarbeit über Grenzen hinweg

Sechs Tage lang arbeiteten interdisziplinäre Künstlerinnen aus der Ukraine und Deutschland intensiv zusammen. Organisiert von Catch a Cat Residency und Vitsche Berlin, entstand ein kreativer Prozess, der sich mit einem sensiblen Kapitel europäischer Geschichte auseinandersetzt: den Erfahrungen ukrainischer Zwangsarbeiterinnen während des Zweiten Weltkriegs.

Persönliche Geschichten als Ausgangspunkt

Im Zentrum der Arbeit stehen Archivmaterialien und persönliche Briefe. Daraus entwickeln die Teilnehmerinnen kurze Szenen, die Themen wie Zwang, Entwurzelung und Überleben greifbar machen. Es geht dabei nicht nur um historische Aufarbeitung, sondern um die Frage, wie diese Erfahrungen bis heute nachwirken.

Forum-Theater: Publikum wird Teil der Aufführung

Das Besondere an diesem Format ist die Methode des Forum-Theaters. Sie hebt die klassische Trennung zwischen Bühne und Publikum auf. Zuschauerinnen und Zuschauer sind ausdrücklich eingeladen, sich einzubringen: Szenen dürfen unterbrochen, alternative Handlungen vorgeschlagen oder selbst auf der Bühne ausprobiert werden. Begleitet wird dieser Prozess von einem Moderator, dem sogenannten „Joker“.

Ein Raum für gemeinsame Reflexion

Die Aufführung ist kein abgeschlossenes Werk, sondern ein offener Denk- und Erfahrungsraum. Sie schafft einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart und stellt die Frage, wie gesellschaftliche Verantwortung heute aussehen kann – insbesondere im Umgang mit schwierigen historischen Erfahrungen.

Alle Infos auf einen Blick

  • Datum: 23. April 2026
  • Uhrzeit: 19:00 Uhr
  • Ort: Atelierhaus, Bochumer Straße 132, 45886 Gelsenkirchen
  • Eintritt: frei

Hintergrund und Förderung

Ermöglicht wurde das Projekt durch das RHIZOM/RAZOM-Programm im Rahmen der Initiative „Zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit“ des Auswärtigen Amts. Koordiniert wird es vom Ukrainisches Institut in Deutschland in Kooperation mit Insha Osvita.

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die bereit sind, sich aktiv einzubringen und Geschichte nicht nur zu erinnern, sondern gemeinsam zu verhandeln.