Ein letztes „Ciao“ aus der Eisdiele Costantin

Ende September gibt es das letzte Eis

Es gibt Orte, die mehr sind als ein Geschäft. Orte, die nach Sommer riechen, nach Kindheit, nach klebrigen Fingern und langen Nachmittagen. Orte, an denen Generationen vorbeigekommen sind, erst als Kinder mit ein paar Münzen in der Hand, später mit den eigenen Kindern und irgendwann sogar mit den Enkeln.

Die Eisdiele Costantin ist genau so ein Ort. Letztes Jahr wurde das 70-jährige Jubiläum groß gefeiert und der Tisch hinten an der Wand bog sich schon fast aufgrund der Fülle an Geschenken.

Giovanni Costantin mit Eiskreationen

Seit 1955 gehört die Eisdiele zum Alltag vieler Menschen. Ein kurzer Halt nach der Schule. Der feste Treffpunkt an warmen Sonntagen. Und die liebevoll benannten Eissorten, die Gespräche über dies, das und jenes – und natürlich über Schalke 🙂

Nun sollen die Türen Ende September das letzte Mal geöffnet werden. Heute wurde auf Facebook ein bewegender Abschiedsbrief der Familie geteilt.

„Ihr seid das Herzstück unserer Geschichte.
Der Abschied fällt und nicht leicht, aber wir blicken mit tiefer Dankbarkeit auf diese sieben Jahrzehnte zurück.

Danke für Euer Vertrauen und wunderbaren Begegnungen, die diesen Ort zu weit mehr als nur eine Eisdiele gemacht haben, sondern zu einem Stück Heimat.

Worte, die zeigen, dass es hier nicht nur um Eis geht. Es geht immer auch um Begegnungen, um Nähe, um ein vertrautes „Hallo“ hinter der Theke und das Gefühl, willkommen zu sein.

Am Sonntag, den 27.09.2026, werden in der Bismarckstraße 93 die letzten Eiskugeln serviert. Für viele wird das nicht einfach nur die Schließung einer Eisdiele sein, sondern der Abschied von einem Stück persönlicher Erinnerung. Und auch der Familie fällt der Abschied nicht leicht. Wenn im nächsten Jahr eigentlich die Eis-Saison anfängt, wird auf- und ausgeräumt. Geregelt, was sich in diesem Jahr zeitlich nicht mehr regeln lässt.

Clio Costantin hinter der Eistheke

„Ein wirklich großer Wechsel in einen anderen Lebensabschnitt steht bevor“, sagt Clio Costantin mir heute. Der Laden ist gerade noch nicht geöffnet, erst um 13 Uhr geht es los. „Ich befürchte, dass ich zu einem lebenden Wasserfall werde“, meint sie auf der einen Seite mit Humor, auf der anderen Seite merkt man ihr den Kloß im Hals an. Erstmal ist der Laden ja noch bis Ende September geöffnet. Mit all seinen Eiskreationen und den lieben Menschen hinter der Theke.

Der Familie Costantin bleiben nur die besten Wünsche – für diese Saison und für alles, was sie noch vorhaben, verbunden mit großem Dank für sieben Jahrzehnte voller Herzlichkeit und Gastfreundschaft.