Schon von „sirren“ gehört?

Neuer Verlag für experimentelle Literatur und Klang

Manchmal kündigt sich etwas Großes ganz leise an. In diesem Fall mit einem Rauschen. Lukas Hermann, den viele als Gründer und Kopf der Buchhandlung (& Plattenladen) readymade an der Bochumer Straße kennen, hat einen eigenen Verlag gegründet: sirren.

Wer in den letzten Wochen den Weg zu readymade trotz Baustelle auf sich genommen hat, wird vielleicht bemerkt haben, dass es etwas ruhiger geworden ist in seinem Veranstaltungskalender. Aber weit gefehlt, wenn ihr denkt, dass hier nichts passiert! Denn Lukas hat in letzter Zeit an etwas gearbeitet, das weit über eine einzelne Lesung hinausgeht.

„Als Resonanzraum zwischen Literatur, Musik und Theorie versteht sich sirren weniger als klassischer Verlag, sondern als kuratorisches Feld.“

Lukas Hermann in seiner Buchhandlung
Lukas Hermann in seiner Buchhandlung (& Plattenladen) readmade

„Als Resonanzraum zwischen Literatur, Musik und Theorie versteht sich sirren weniger als klassischer Verlag, sondern als kuratorisches Feld: dynamisch, diskursiv, auf der Suche nach alternativen Formen des Pulsierens – Verzeihung: Publizierens.“, erklärt er in seinem letzten Newsletter.

In einer Zeit, in der Kultur entweder von großen Verlagen dominiert wird oder in kleinen, kaum überlebensfähigen Strukturen steckt, braucht es genau solche Projekte: solche, die nicht einfach möglichst viel möglichst schnell verkaufen wollen, sondern die grundlegend fragen, was ein Buch oder eine Veröffentlichung eigentlich leisten kann.


Programmvorschau für Herbst von sirren

Die wichtigsten Daten

4. Mai 2026 — Offizieller Start von sirren und erste >>>Programmvorschau Herbst 2026
Herbst 2026 — Zwei Bücher erscheinen
Anfang 2027 — Musikalische Veröffentlichungen folgen
Instagram: @sirren.de
Web & Vorbestellung ab 4. Mai: sirren.de

Herbstvorschau

Den Auftakt machen im Herbst 2026 zwei Bücher: Miedya Mahmod legt mit „Aus hingehaltener Zunge“ ihren ersten Lyrikband vor – eine Sammlung von Texten aus zehn Jahren, die sich zwischen Sprachen, Generationen und Erinnerungen bewegen.

Sophia Merwald hat mit „Der Tag von oben“ einen Band geschaffen, der Text und Bild verbindet und das Ruhrgebiet in den Mittelpunkt stellt. Entstanden ist er aus ihrer Zeit als Writer in Residence 2025 in Gelsenkirchen. Das finde ich wiederum besonders bemerkenswert, weil sich an dieser Stelle wieder zeigt, welche Früchte diese Stipendien tragen können.

Anfang 2027 sollen dann auch musikalische Veröffentlichungen folgen.

Es ist ein ambitioniertes Projekt, das ist klar. Aber wer readymade kennt, weiß, dass Lukas Buchkultur nicht als Dienstleistung denkt, sondern als Haltung. Dass er jetzt den nächsten Schritt geht und eigene Inhalte produziert, fühlt sich konsequent an. Wenn ihr diesen Text direkt nach seiner Veröffentlichung lest, dann kommt fix noch am Montagabend (4. Mai) zu Halbe Stunde Lesen um 18.30 Uhr vorbei und erlebt live den offiziellen Startschuss zu sirren!

Wer den Verlag von Anfang an unterstützen möchte, kann dort bereits vorbestellen –> sirren.de 🙂