Das Meißen Fliesen Stadtwappen
Ausstellung zum Stadtkulturerbe geht weiter
Mitten im Von-Wedelstaedt-Park, gleich hinter dem alten Gärtnerhaus, steht ein Grabstein, an dem die meisten Spaziergänger vorbeilaufen, ohne genauer hinzusehen. Zwei Namen stehen darauf: Carl und Clara von Wedelstaedt. Wer stehen bleibt, steht vor einem Stück Stadtgeschichte, das größer ist, als der bescheidene Stein vermuten lässt.

Carl von Wedelstaedt war ab 1896 der letzte Amtmann der aufstrebenden Industriegemeinde Ückendorf. Er trieb den Zusammenschluss mehrerer umliegender Gemeinden mit der Stadt Gelsenkirchen voran, zunächst als Bürgermeister, ab 1919 dann als Oberbürgermeister. In seine Amtszeit fiel 1928 der Bau des Hans-Sachs-Hauses, genauso wie der Zusammenschluss mit der Großstadt Buer und der Gemeinde Horst, nachdem Rotthausen bereits 1924 eingemeindet worden war. So entstand die „große“ Großstadt Gelsenkirchen-Buer, ab 1930 Stadt Gelsenkirchen.
2028 wird gefeiert, gleich dreifach: 125 Jahre Großstadt, 100 Jahre Super-Großstadt, 100 Jahre Hans-Sachs-Haus.
Ein Wappen aus Meißen
Als Vorbote der Jubiläumsfeierlichkeiten zeigen Axel Oppermann und Ullrich Tyrichter jetzt ein Meissner Fliesen-Stadtwappen von Gelsenkirchen aus der Sammlung „Stadtkulturerbe Gelsenkirchen“. Hergestellt hat es die SOMAG, gegründet 1868 in Meißen – dieselbe Porzellanstadt, die sonst eher für Kaffeeservice als für Ruhrpott-Wappen bekannt ist.

Die letzten Motive – u.a. Schloss Grimberg, die Glückauf-Brauerei, eine Radierung der Altstadt vor 1945 – haben schon gezeigt, wie viel Stadtgeschichte in einem einzelnen Schaufenster stecken kann.
Wer selbst mal durch den Park schlendern will: Er liegt mitten in Ückendorf, mit künstlichem Teich, verschlungenen Wegen und dem sagenumwobenen Lindenstein am Hauptzugang – dem soll laut Überlieferung einst ein Riese vom Tippelsberg aus hinterhergeworfen haben. Grabstein und Gärtnerhaus findet ihr in der Nähe des Haupteingangs an der Parkstraße.
Das Wappen selbst könnt ihr rund um die Uhr im Schaufenster in der Hauptstraße 16 in der Altstadt entdecken. Und die Sammelpostkarte brauche ich natürlich auch wieder! Die findet ihr ausgelegt z. B. im Spotlight, Café Ütelier und dem Wissenschaftspark.
Artikel aus November 2025 | Artikel aus März 2026

