Auftaktlesung der writer in residence Nora Schramm
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writer in residence 2026: Schreibwerkstatt mit Nora Schramm

Auftaktlesung & Termine

Dienstagabend, Auftaktlesung von Nora Schramm – der neuen writer in residence – und ich bin nicht dabei! Glücklicherweise gibt es Pressemitteilungen und ich konnte Nora schon ein paar Tage vorher in der Trinkhalle am Flöz kennenlernen, um mich davon zu überzeugen: Mensch, die hat Bock auf Gelsenkirchen! 🙂

Seit Anfang September lebt die 33-jährige Autorin in der Stadt, eingeladen von der Stadt Gelsenkirchen und der Gelsenwasser-Stiftung, bis Ende November. Die Wohnung dafür stellt die Stadterneuerungsgesellschaft SEG mietfrei zur Verfügung – mitten an der Bochumer Straße.

writer_in_residence - Dr. Bärbel,  Kerkhoff, Nora Schramm, Andrea Lamest und Tobias Clermont
v.l.n.r.: Dr. Bärbel Kerkhoff, Nora Schramm, Andrea Lamest und Tobias Clermont

Freiraum statt Ruhe

Eigentlich wollte Nora Schramm hier vor allem eines: arbeiten. „Ich habe mich auf das Stipendium beworben, weil ich in Ruhe an meinem neuen Text arbeiten wollte – jetzt merke ich, wie viel hier los ist, wie viel es zu entdecken gibt“, sagt sie. Aus der erhofften Stille ist erst mal etwas anderes geworden. „Das mit der Ruhe hat bisher also nicht so gut geklappt, dafür bin ich wirklich begeistert von der Bewegung, der Energie, die zu spüren ist.“

Sie beschreibt das Gefühl, das Gelsenkirchen bei ihr auslöst, als eine Art Freiraum – zwischenmenschlich, kulturell, architektonisch. Genau der soll sie jetzt beim Schreiben ihres neuen Romans beflügeln. Was am Ende dabei herauskommt, verrät sie kurz vor Ende ihrer Residenzzeit: bei der Abschlusslesung am 24. November in der werkstatt in Gelsenkirchen-Buer.

Wer mitschreiben will

Bis dahin öffnet Nora Schramm ihre Werkstatt für alle, die selbst zur Feder greifen wollen. Am Sonntag, 20. September, von 14 bis 18 Uhr, trifft sich die offene Schreibwerkstatt in der rosamunde (Bochumer Straße 117) – Vorkenntnisse braucht niemand, für die letzten freien Plätze lohnt sich eine schnelle Anmeldung.

Am 11. Oktober, ebenfalls 14 bis 18 Uhr, geht es in der Textwerkstatt im Fürstenbergraum der Vorburg Schloss Horst (Turfstraße 21) um literarische Miniaturen: Gedichte, Dialoge, Beobachtungen, alles bis maximal einer halben Seite Länge. Wer mag, bringt eigene Texte mit oder schickt sie vorab ein.

Beide Werkstätten kosten 10 Euro, ermäßigt 5 Euro, zahlbar vor Ort. Anmelden kannst du dich telefonisch unter 0209 169-9209 oder per Mail an referat.kultur@gelsenkirchen.de.

Eine Autorin mit Umwegen

Aufgewachsen in der Südpfalz, studiert hat Nora Schramm in Gießen, San José und Köln – Moderne Fremdsprachen erst, dann professionelles Schreiben. Es folgten Stationen in Lateinamerika und Residenzen in Berlin, im Künstlerdorf Schöppingen und in Baden-Baden. Heute lebt sie in Köln.

Ihr Debütroman „Hohle Räume“ – aus dem sie am Dienstag las – erschien 2024 bei Matthes & Seitz Berlin und wurde mit dem Kranichsteiner Literaturförderpreis sowie dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet. Im Januar 2026 kam ihr Lyrikdebüt dazu, das Langgedicht „die erlöschung“ bei der Parasitenpresse. Für ihre Lyrik hatte sie 2022 bereits den Textstreich-Preis gewonnen.

Keine Stadtschreiber, sondern eine Multiplikatorin

„Mit dem Literaturstipendium Writer in Residence wollen wir uns bewusst von Stadtschreiber-Stipendien unterscheiden“, erklärt Andrea Lamest, Leiterin des Referats Kultur der Stadt Gelsenkirchen. „Wir bieten Zeit und Raum für die freie Arbeit und schaffen Gelegenheiten für den künstlerischen Austausch mit Stadtgesellschaft und Freier Szene.“

Sie ist damit die sechste Writer in Residence nach Carola Gruber, Gabriel Wolkenfeld, Tim Holland, Lina Thiede und Sophia Merwald. Das Stipendium vergeben Stadt, Gelsenwasser-Stiftung und SEG jährlich gemeinsam.

Lust, selbst ein paar Zeilen mit ihr zu schreiben? Die offene Schreibwerkstatt am 20. September in der rosamunde hat noch Plätze frei – alle weiteren Infos unter www.gelsenkirchen.de/literaturstipendium.

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