Stadtkulturerbe im Schaufenster
Neue Ausstellung bei Optik Oppermann
In der Gelsenkirchener Altstadt ist ab sofort eine besondere Ausstellung mit lokalgeschichtlichem Bezug zu sehen. In den Schaufenstern von Optik Oppermann wird die neue – und zugleich letzte – Ein-Objekt-Ausstellung präsentiert.
Im Mittelpunkt steht eine Arbeit aus Kupfer: eine „in Kupferblech getriebene Crackanlage“. Das Werk verbindet traditionelles Kunsthandwerk mit der Industriegeschichte Gelsenkirchens und schlägt damit eine Brücke zwischen Handwerkskunst, Technik und Erinnerungskultur.
Wenn Metallkunst auf Erdölindustrie trifft
Die gezeigte Arbeit basiert auf der jahrtausendealten Technik des Metalltreibens. Dabei werden Metallbleche durch präzises Hämmern in plastische Formen gebracht. Bereits die alten Ägypter beherrschten diese Kunst meisterhaft. Darauf verweist auch ein berühmtes Beispiel aus dem Katalog zur Tutanchamun-Ausstellung in Köln von 1980: ein in Goldblech getriebenes Relief.
Das nun erstmals öffentlich gezeigte Kupferrelief stammt aus der Sammlung von Stadtkulturerbe Gelsenkirchen. Inhaltlich greift es den sogenannten Crackprozess auf – ein chemisches Verfahren der Erdölverarbeitung, bei dem schwere Kohlenwasserstoffe unter Hitze in leichtere Gase und Kraftstoffe zerlegt werden.
Damit erinnert das Objekt zugleich an ein prägendes Kapitel der Gelsenkirchener Industriegeschichte.
Erinnerung an den Industriestandort Gelsenkirchen
Seit den 1950er Jahren entwickelte sich Gelsenkirchen zu einem der wichtigsten Standorte der Erdölverarbeitung in Deutschland. Zeitweise galt die Stadt sogar als größter Raffineriestandort der Bundesrepublik.

Die Ausstellung erinnert in diesem Zusammenhang auch an Wilhelm Wenker, der als „Retter von Gelsenberg“ in die Stadtgeschichte einging und später zum Ehrenbürger Gelsenkirchens ernannt wurde.
Die Verbindung von Kunstobjekt und Industriegeschichte macht die Ausstellung zu weit mehr als einer klassischen Schaufensterpräsentation. Sie erzählt von Arbeit, Wandel und Identität einer Stadt, die jahrzehntelang eng mit Energie- und Schwerindustrie verbunden war.
Ausstellung bis Mitte Juli
Die Ausstellung läuft von Mitte Mai bis Mitte Juli 2026 und ist direkt im Schaufenster von Optik Oppermann an der Hauptstraße 16 in der Altstadt zu sehen. Für alle, die gerne sammeln: Begleitend gibt es zur Ausstellung auch wieder eine Postkarte, die an verschiedenen Stellen in Gelsenkirchen ausgelegt ist (z. B. Wissenschaftspark, Spotlight, Cafè Ütelier)

Veranstaltet wird die Präsentation von Axel Oppermann und Ullrich Tyrichter in Kooperation mit Stadtkulturerbe Gelsenkirchen.

