Wanderkino macht Halt in Schalke
Kurzfilme, ein Langfilm und eine Leinwand aus Stoff
Vor der St. Anna – Hatay Engin Musikhalle in Schalke-Nord steht heute eine Kunstinstallation, die es so noch nicht gab: begehbar, aus Textil, gestaltet von Kindern und Jugendlichen aus der Nachbarschaft. Drinnen laufen Kurzfilme, draußen wird gesnackt und geredet. Das Wanderkino der Bedarfsgemeinschaft kommt nach Schalke, und zwar gleich zweimal.

Kinderkino am 26. August
Los geht’s heute, am 26.08.2026 von 17 bis 19 Uhr in der St. Anna – Hatay Engin Musikhalle, Kapellenstraße 6. Gezeigt werden fünf Kurzfilme ohne Sprache, gedacht für Groß und Klein gleichermaßen: der tapfere kleine Fisch aus Kugelfisch von Julia Ocker, das dystopisch-humorvolle Time von Max Mörtl und Robert Löbel, die geduldige Wolke aus Fly By von Filip Dobeš, die Freundschaft zwischen Taucher und Astronautin in Laika&Nemo von Jan Gadermann und Sebastian Gadow – und Karies von Aline Höchli, ein Trip durch die Höhlen eines Gebisses, der mehr über Macht und Verantwortung erzählt, als der Titel vermuten lässt.
Die Filme laufen sprachfrei, Kinder brauchen also keine Übersetzung, um mitzukommen.
Sisterqueens am 28. August
Zwei Tage später, am 28.08.2026 von 19 bis 21:30 Uhr, zieht das Wanderkino weiter zur Liboriusstraße 63 in Gelsenkirchen-Schalke. Gezeigt wird ein Langfilm: Sisterqueens von Clara Stella Hüneke, 97 Minuten, mit englischen Untertiteln. Der Film begleitet Jamila (9), Rachel (11) und Faseeha (12), drei Freundinnen aus dem Rap-Projekt „Sisterqueens“ im Berliner Wedding, die unter Anleitung etablierter Rapperinnen lernen, sich selbst zu feiern und Ungerechtigkeiten beim Namen zu nennen. Sandra Riedmair, Filmemacherin und Kuratorin des Programms, gibt eine Einführung.
Wer zwischen den beiden Terminen noch Lust auf mehr hat: Am 27.08. macht das Wanderkino Station in Recklinghausen-Süd, mit Kurzfilmen und moderierten Gesprächen. Aber Schalke bekommt gleich das doppelte Programm.
Was hinter dem Wanderkino steckt
Kuratiert hat das Filmprogramm Sandra Riedmair, im Gespräch mit Nachbar*innen aus Gelsenkirchen-Schalke und Recklinghausen-Süd. Die begehbare Installation, in der die Filme gezeigt werden, ist selbst schon eine Geschichte: Kinder und Jugendliche aus dem Mädchenzentrum Gelsenkirchen, dem Jugendzentrum Südpol und aus der Nachbarschaft der St.-Anna-Kirche haben sie in Workshops mit den Künstlerinnen Maria Renee Morales Garcia und Corinne Riepert gebaut, aus Textil und Text.
Das Wanderkino ist Teil von „Bedarfsgemeinschaft“, einer partizipativen Veranstaltungsreihe, die seit 2024 von Paula Erstmann, Lisa Klosterkötter und Paulina Seyfried entwickelt wird. Im Mittelpunkt stehen nicht fertige Konzepte, sondern das, was Nachbarschaften im Ruhrgebiet selbst mitbringen – ihre Interessen, ihre Geschichten, ihre Bedarfe. Mit dabei sind unter anderem das SkF Recklinghausen e.V., der Schalker Kiosk & Bäckerei 28 und der Quartiersladen Schalke.
Beide Termine sind umsonst und draußen, für schlechtes Wetter gibt’s eine Alternative. Alle Infos zum kompletten Programm findet ihr auf www.bedarfsgemeinschaft.com, aktuelle Updates gibt’s auf Instagram unter @bedarfsgemeinschaft__. Bringt gerne eine Decke mit, der Rest an Snacks und Gesprächen findet sich vor Ort.
