Kulturempfang & Keynote

Kurzer Rückblick in den April

Schon eine Weile her: Am 17. April fand der Kulturempfang der Stadt Gelsenkirchen im Schloss Horst statt und ich war dieses Mal auch wieder eingeladen. Auf einige Nachfragen hin, habe ich mir die Keynote mit freundlicher Genehmigung der Speakerin Amira Bakhit-Eickmeier und des Kulturreferats zusenden lassen. Wer diese nachlesen möchte, weil die Geräuschkulisse drumherum doch etwas zu laut war >>>hier der Link zur Keynote.

Ückendorfication

In schickem Renaissance-Ambiente leitete Lukas Hermann mit Synthesizer-Klängen den Abend ein. Er ist ja nicht nur der Kopf hinter readymade, dem Buch- und Plattenladen an der Bochumer Straße, sondern auch noch Mitgründer des Projektraums irgendDorf sowie des Literaturmagazins BRACHE, und neuerdings auch Verlagsinhaber (sirren), und eben auch Musiker und Komponist (und bestimmt noch viel mehr, was ich hier jetzt alles gar nicht aufgezählt habe)! Also, direkt ein Tausendsassa zu Anfang! Ich glaube, das ist an dem Abend ein bisschen untergegangen.

Ebenso vertreten war die Grunge- und Indieband Desolat, die auf der Bühne vier Songs performte. Und auch hier: Musik mit Wurzeln aus Ückendorf und eine Band, die bereits zahlreiche Stages in ganz Deutschland zum Beben gebracht hat. Sogar in Japan sind sie schon getourt! In diesem Jahr bereichern sie das Line-up des Ruhrpott Rodeo – total verdient! Meinen Musiknerv hat es getroffen 🙂 Sicherlich ist das nicht bei allen so gewesen, aber wisst ihr – man kann auch mal kurz frische Luft schnappen gehen, wenn es nicht gefällt.

In, um und um die Bochumer Straße herum

Mit Kulturreferatsleiterin Andrea Lamest, Schauspielerin und Kulturakteurin Amira Bakhit-Eickmeier sowie Moderatorin Nadia Aboulwafi und mir ging es dann in einem kurzen Panel Talk um Kulturarbeit, Netzwerke und Sichtbarkeit.

Amira Bakhit-Eickmeier sprach u.a. über ihre Erfahrungen als Gründerin eines eigenen Kulturzentrums. Andrea Lamest gab einen Rückblick und eine Vorschau auf Stipendien sowie Veranstaltungen und Formate, die in den letzten Jahren vom Kulturreferat initiiert wurden und sich nachhaltig etablieren konnten, wie z. B. Writer in Residence, Konzeptionsstipendien, Kulturfrühstück, Street-Art-Offensive und Kulturpicknick.

Panel Talk: v.l.n.r.: Moderatorin Nadia Aboulwafi, Schauspielerin und Kulturakteurin Amira Bakhit-Eickmeier, Kulturreferatsleiterin Andrea Lamest und Kirsten Lipka (Bloggerin und Journalistin, gelsenmylove)

Mir war es sehr wichtig, die Stadt mit ihrem Kulturangebot als Ganzes zu betrachten – auch, wenn mein Herz am meisten für die Bochumer Straße schlägt. Die vielen Initiativen, Vereine und Einzelpersonen, die sich in allen Stadtteilen Gelsenkirchens engagieren und abmühen, jahrelang tolle Programme auf die Beine stellen und sich ein Bein ausreißen, weitermachen zu können, sollen nicht hinten runterfallen, weil die Bochumer Straße aktuell so viel Aufmerksamkeit erhält.

Chancen nutzen

Kulturarbeit in Gelsenkirchen wird nicht erst seit der Sanierungsoffensive Bochumer Straße und der Ernennung zum Kreativ.Quartier geleistet. Diese mediale Aufmerksamkeit als Chance für positive Nachrichten aus Gelsenkirchen zu nutzen, ist meiner Meinung nach gut und richtig und sollte als Impuls und Triebfeder verstanden werden.

Chancen, wie die Extraschicht, die neben dem Nordsternpark und der Kampfbahn Glückauf jetzt auch noch die Heilig-Kreuz-Kirche und das HIER IST NICHT DA als Spielorte dazu bekommt – und eine Bochumer Straße mit allem drumherum davon profitieren kann. Kommse Ücken?! mit regelmäßiger Lokalzeit-Berichterstattung und einem großen Zulauf junger Menschen aus den umliegenden Städten. Die Szeniale als Festival der freien Künste, die vielen Veranstaltungen in der Heilig-Kreuz-Kirche, und, und, und.

18 Stadtteile sollt ihr sein!

Gemeinsam etwas schaffen, zusammen arbeiten, miteinander sprechen – manchmal scheint es fast zu schwierig in dieser Stadt zu sein. Und ja, es ist bei der Fülle an Veranstaltungen, alleine in Gelsenkirchen, schwierig, Termine abzustimmen und sich nicht in die Quere zu kommen.

Den Kulturempfang als festen Termin zu nutzen, solche Barrieren durch persönlichen und direkten Kontakt aufzulösen, ins Gespräch zu kommen, sich in die Augen zu gucken, finde ich daher sehr wertvoll. Sicherlich hat es nicht allen so gut gefallen, wie mir. Ich merke aber auch hier einen Wandel. Bewegung. Und weiterhin Freude. Zusammenhalt ist (eigentlich) wichtiger denn je. Wäre schön, wenn es klappt!